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Gewalt gehört zum Pflegealltag

Gewalt gehört zum Pflegealltag

Foto: Ängstliche Frau 

Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ macht der Bundesverband Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) auf das Thema „Gewalt in der Pflege“ aufmerksam.

"Um die Pflege zu Hause wie in den Heimen menschenwürdiger zu gestalten, müssen wir das Thema Gewalt offen ansprechen. Nur so können Beratungs- und Hilfsangebote entwickelt werden, die den Pflegebedürftigen wie den Pflegenden gerecht werden", sagt Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd. Das Thema dürfe nicht länger ausgeblendet werden. Eine Sensibilisierung für die Ursachen und die Nöte der Betroffenen könne die gesellschaftlichen Bedingungen für eine menschenwürdige Pflege erheblich verbessern.

Die Formen von verbaler, psychischer und physischer Gewalt sind vielfältig. Und sie richten sich sowohl gegen Gepflegte als auch Pflegende. In den allermeisten Fällen ist diese Form der Gewalt jedoch nicht gewollt und vorsätzlich, sondern beruht auf Überforderungen, Unwissen und falscher Scham oder der Zurückhaltung, nach Unterstützung zu fragen. Auch Personalmangel, fehlende Aus- und Weiterbildung sowie zu wenige Beratungs- und Hilfsangebote können Ursache sein.

Bei einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie gab fast die Hälfte der befragten pflegenden Angehörigen an, in den letzten zwölf Monaten einmal psychische Gewalt angewendet zu haben, jeder fünfte berichtete von physischer Gewalt in der Pflege. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sowohl Opfer als auch Täter Hilfe suchen. Bisher sind die bestehenden Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen allerdings noch wenig auf Gewalterfahrungen älterer Menschen eingestellt.

Die kfd ist die größte deutsche Frauenorganisation und engagiert sich besonders im Bereich der Pflege. Denn diesbezügliche Fragen betreffen Frauen statistisch gesehen häufiger als Männer. Aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung sind sie im Alter eher auf Hilfe angewiesen. Darüber hinaus übernehmen Frauen als Angehörige, Ehrenamtliche oder Angestellte im Gesundheitswesen einen großen Teil der Pflegeleistungen.

In Deutschland sind derzeit rund 2,3 Millionen Menschen pflegebedürftig. Etwa zwei Drittel von ihnen werden zu Hause gepflegt, die übrigen in stationären Einrichtungen. „Die Übergänge zwischen verbaler, psychischer oder gar physischer Gewalt sind fließend“, so Opladen. Hilfe von außen sei dringend notwendig. Ohne sie verschärfe sich die Situation der Pflegebedürftigen und der Pflegenden bis hin zur Ausweglosigkeit.

REHACRE.de; Quelle: Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, Bundesverband e.V.

- Mehr über die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands unter www.kfd-bundesverband.de

 
 

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