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Heine in Paris







Von Françoise Letroite



Paris (kobinet) Schwertlilien liegen auf dem Grab von Heinrich Heine, wo am Freitag französische und deutsche Persönlichkeiten den Dichter zu seinem 150. Todestag ehren. Fast acht qualvolle Jahre auf dem Krankenlager gingen dem Tod voraus. "…kein grünes Blatt rauscht herein in meine Matratzengruft zu Paris, wo ich früh und spät nur Wagengerassel, Gehämmer, Gekeife und Klaviergeklimper vernehme". Am 17. Februar 1856, an einem Sonntag morgens gegen fünf Uhr, trat ein, was er vorher geschrieben hatte: "... alles hat sein Ende. Ihr werdet eines Morgens die Bude geschlossen finden, wo euch die Puppenspiele meines Humors so oft ergötzten".



Heine ist in Frankreich der wohl bekannteste deutsche Dichter und Vorbild vieler Generationen von Journalisten. Die französische Nationalbibliothek kündigte jetzt an, innerhalb eines Jahres 4.500 seiner Manuskripte online zugänglich machen. In Paris, wo Heine die letzten 25 Jahre seines Lebens verbrachte, sind fast ein Viertel der Manuskripte konserviert.



Eine Veranstaltung zum Todestag vom Düsseldorfer Heine-Institut und der Maison Heinrich Heine in Paris ist seit langem ausgebucht. Der literarische Rundgang führt von den Orten, wo der deutsche Emigrant seit 1831 lebte, bis zu seinem Grab auf dem Friedhof Montmartre.



In Deutschland wird gern kolportiert, dass der Gesellschaftskritiker und Romantiker an den Folgen einer Syphilis litt, was Heine selbst vermutete und von Ferdinand Lassalle nach einem Besuch des Todgeweihten am Krankenlager auch Karl Marx hinterbracht wurde. Erst in letzter Zeit sind die biografischen Aufzeichnungen seines Krankheitsverlaufs mit einer Multiplen Sklerose in Verbindung gebracht worden, die wohl schon in früher Jugend begann und sich später fortlaufend verschlimmerte.



Als der Flüchtling nach Paris kam, lernte er eine europäische Metropole kennen, die den Gegner des Metternichschen Regimes als Kulturboten deutscher Literatur aufnahm. In den Pariser Salons traf er die geistigen Größen seiner Zeit wie Balzac und Dumas, Musiker wie Mendelssohn Bartholdy, Liszt und Chopin. Auch mit dem Bankier und Kunstmäzen Rothschild kam er in Kontakt und erhielt gelegentlich Zuwendungen, die aus finanzieller Not halfen.



Es ist auch Paris, wo Heine der Schuhverkäuferin Crescentia Eugenie Mirat begegnet, die er später Mathilde nannte. 1834 heiratete er die um achtzehn Jahre jüngere Frau.



Früh hat sich der geniale Dichter und Journalist mit dem eigenen Tod befasst. Als er die "Reisebilder" verfasste, äußerte er Zweifel, ob er es verdiene, dass man einst den Sarg mit einem Lorbeerkranz verziere. "Die Poesie, wie sehr ich sie auch liebte, war mir immer nur ein heiliges Spielzeug, oder geweihtes Mittel für himmlische Zwecke. Ich habe nie großen Wert gelegt auf Dichter-Ruhm und ob man meine Lieder preiset oder tadelt, es kümmert mich wenig. Aber ein Schwert sollt Ihr mir auf den Sarg legen; denn ich war ein braver Soldat im Befreiungskriege der Menschheit."



Lorbeer und Schwertlilien wurden seitdem immer wieder an dem Ort niedergelegt, wo er am 20. Februar ohne Reden und geistlichen Beistand im Beisein von mehr als 100 Freunden und Verehrern begraben wurde. sch
 






 
 

( Quelle: kobinet-Nachrichten )

 
 

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