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Medientipps
Berlin (kobinet) Das dritte Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks strahlte die Sendung "Stationen: Lily und Marie - Leben mit behinderten Kindern", ein Film von Silvia Matthies aus. Dieser Film wurde mit der folgenden Beschreibung angekündigt, die wir für die Medientipps übernommen haben und nachstehend auszugsweise wiedergeben:
" ... Wenn während der Schwangerschaft die Diagnose "Down-Syndrom" gestellt wird, hat das heutzutage in 95 Prozent der Fälle eine Abtreibung zur Folge. Bei vielen anderen Behinderungen gilt das Gleiche. ... Niemand, der Lily und Marie kennt, käme auf den Gedanken, ihnen das Lebensrecht abzusprechen. Das Problem ist, dass Down-Kinder, aber auch andere Behinderte, in der Gesellschaft kaum noch in Erscheinung treten. Kommen sie auf die Welt, werden sie meist in Behinderteneinrichtungen und Sonderschulen aufgenommen. Der Kontakt zur Außenwelt ist dabei sehr beschränkt. ... "
kobinet-Leserin Brigitte Fuhrmann aus Berlin kann sich dieser Beschreibung des Lebens behinderter Menschen nicht anschließen und schrieb uns folgende Zeilen:
ich lese die Medientipps mit Interesse, so wie auch heute, und sehe öfter danach fern. Mir ist klar, das die Fersehanstalten für ihre Programmbestandteile werben, also kobinet nicht für die Texte zu den Filmen verantwortlich ist, dennoch möchte ich auf etwas hinweisen , das mir gerade beim Lesen des o.a. Tipps aufgefallen ist.
Es wird im Text behauptet, die Behinderten tauchten weniger als früher in der Gesellschaft auf und würden in Heimen oder Sonderschulen untergebracht. Ich bin Anfang 50 und habe meine Behinderung- eine Spastik- seit meiner Geburt. Mir fällt das Gegenteil auf. Behinderte sind viel häufiger als z.B. während meiner Kindheit, in meiner Umgebung zu sehen: beim Einkaufen, im Theater oder Kino, im Restaurant, in der Kirche. Darüber freue ich mich, vorallem, daß ich Behinderte aller Altersstufen alleine, mit Freunden oder Familie sehe. Allerdings wohne ich in Berlin, kaufe aber meistens im Land Brandenburg ein, weil wir von unserer Wohnung zur nächsten Einkaufmöglichkeit dort nur 7 Minuten brauchen. Die Menschen, die mich regelmäßig beim Einkaufen sehen, sprechen mich öfter auf meinen Rollstuhl an und wenn ich Zeit habe beantworte ich die Fragen auch.
Falls die behinderten Menschen in Bayern so unsichtbar sind, sollten alle Behinderten dort etwas dagegen tun. Viele Schwierigkeiten, die es zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gibt, entstehen weil der Umgang miteinander fehlt.
Viele Grüße aus Berlin
Brigitte Fuhrmann
" ... Wenn während der Schwangerschaft die Diagnose "Down-Syndrom" gestellt wird, hat das heutzutage in 95 Prozent der Fälle eine Abtreibung zur Folge. Bei vielen anderen Behinderungen gilt das Gleiche. ... Niemand, der Lily und Marie kennt, käme auf den Gedanken, ihnen das Lebensrecht abzusprechen. Das Problem ist, dass Down-Kinder, aber auch andere Behinderte, in der Gesellschaft kaum noch in Erscheinung treten. Kommen sie auf die Welt, werden sie meist in Behinderteneinrichtungen und Sonderschulen aufgenommen. Der Kontakt zur Außenwelt ist dabei sehr beschränkt. ... "
kobinet-Leserin Brigitte Fuhrmann aus Berlin kann sich dieser Beschreibung des Lebens behinderter Menschen nicht anschließen und schrieb uns folgende Zeilen:
ich lese die Medientipps mit Interesse, so wie auch heute, und sehe öfter danach fern. Mir ist klar, das die Fersehanstalten für ihre Programmbestandteile werben, also kobinet nicht für die Texte zu den Filmen verantwortlich ist, dennoch möchte ich auf etwas hinweisen , das mir gerade beim Lesen des o.a. Tipps aufgefallen ist.
Es wird im Text behauptet, die Behinderten tauchten weniger als früher in der Gesellschaft auf und würden in Heimen oder Sonderschulen untergebracht. Ich bin Anfang 50 und habe meine Behinderung- eine Spastik- seit meiner Geburt. Mir fällt das Gegenteil auf. Behinderte sind viel häufiger als z.B. während meiner Kindheit, in meiner Umgebung zu sehen: beim Einkaufen, im Theater oder Kino, im Restaurant, in der Kirche. Darüber freue ich mich, vorallem, daß ich Behinderte aller Altersstufen alleine, mit Freunden oder Familie sehe. Allerdings wohne ich in Berlin, kaufe aber meistens im Land Brandenburg ein, weil wir von unserer Wohnung zur nächsten Einkaufmöglichkeit dort nur 7 Minuten brauchen. Die Menschen, die mich regelmäßig beim Einkaufen sehen, sprechen mich öfter auf meinen Rollstuhl an und wenn ich Zeit habe beantworte ich die Fragen auch.
Falls die behinderten Menschen in Bayern so unsichtbar sind, sollten alle Behinderten dort etwas dagegen tun. Viele Schwierigkeiten, die es zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gibt, entstehen weil der Umgang miteinander fehlt.
Viele Grüße aus Berlin
Brigitte Fuhrmann
( Quelle: kobinet-Nachrichten )
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