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Patientenverfügung ergänzen
Patientenverfügung ergänzen
Die kleinen Dinge entscheiden über
das Wohlbefinden der Patienten;
© Alan Rainbow/Pixelio.de
Im Sommer hat der Bundestag ein Gesetz zur Wirksamkeit von Patientenverfügungen verabschiedet. Angelika Zegelin vom Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke sieht auf diesem Gebiet aber trotzdem weiter Nachholbedarf.
Angelika Zegelin bemängelt, dass mit den vorhandenen Vordrucken für Patientenverfügungen zu wenig auf die tatsächliche Lebenssituation eingegangen wird. "Bei den Vordrucken geht es immer um große Dinge wie: Dialyse - Ja oder Nein?", sagt sie.
"Es herrscht die Vorstellung vor, dass wir eines Tages einfach auf der Straße umfallen und dann vielleicht noch ein paar Tage auf der Intensivstation behandelt werden. Die Realität ist aber leider so, dass die meisten Menschen irgendwann pflegebedürftig und vollständig von anderen abhängig sind. Ihnen dabei die Würde zu erhalten, ist eine sehr wichtige gesellschaftliche Aufgabe."
Um ein besseres Beispiel zu geben, hat Zegelin nun eine eigene Patientenverfügung geschrieben und veröffentlicht. Darin geht es allerdings hauptsächlich um die kleinen Dinge des täglichen Alltags wie Parfum, fettige Haare und deutschen Schlager. Bei ihr selbst müsse beispielsweise immer ein Fuß unter der Bettdecke hervorgucken.
"Die menschliche Seite der Pflege wird derzeit notgedrungen sehr vernachlässigt", sagt sie. "Dabei ist es ganz wichtig, dass in einer immer älter werdenden Gesellschaft, in der deshalb auch immer mehr pflegebedürftige Menschen leben, diese Aufgabe sehr ernst genommen wird." Gerade die "stumme Arbeit", die aus Interaktion mit den zu Pflegenden besteht, werde in der derzeitigen Lage "nebenbei erledigt". Dabei sei unser Wohlergehen doch von vielen Kleinigkeiten abhängig.
Genau dies möchte Angelika Zegelin mit ihrer selbst verfassten Patientenverfügung verdeutlichen. Darin geht es nicht um Angaben zu künstlicher Ernährung, lebenserhaltenden medizinischen Maßnahmen oder Schmerztherapie, sondern um alltägliche Kleinigkeiten.
"Wir alle haben persönliche Eigenheiten, die uns ausmachen. Wir benutzen zum Beispiel gerne bestimmte Seifen, haben Vorlieben beim Essen, gestalten den Tag unterschiedlich. Das sind die Dinge, die wir ergänzend zu einer Patientenverfügung aufschreiben sollten“ erklärt Zegelin. „Nicht die großen, sondern die kleinen Dinge sind die entscheidenden, wenn es darum geht, in einer Situation der Pflegebedürftigkeit den Lebensmut zu behalten.“
REHCARE.de; Quelle: Private Universität Witten/Herdecke
- Mehr über die Private Universität Witten/Herdecke unter www.uni-wh.de
( Quelle: REHACARE.de )
