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Demenz: Projekt für bessere Lebensqualität
Demenz: Projekt für bessere Lebensqualität
Demenzpatienten fordern von den
Pflegenden oft besonderes
Einfühlungsvermögen; © SXC
Eine Demenzstudie der Universität Witten/Herdecke zeigt, dass fortgebildete Ärzte weniger Tabletten verordnen und dass herausforderndes Verhalten durch Fallbesprechungen Pflegender reduziert werden kann.
Bewohner von Alteneinrichtungen mit Demenz und herausforderndem Verhalten zeigen weniger auffällige Verhaltensweisen und benötigen deutlich weniger Medikamente, wenn Pflegende Zeit haben, in Fallkonferenzen Gründe für das Verhalten zu suchen und Ärzte die Medikation differenziert hinterfragen. Das ist das wesentliche Ergebnis einer Studie von Pflegewissenschaftlerinnen und Medizinern der Universität Witten/Herdecke.
Sie hatten in einer Untersuchung 163 Bewohner von 15 Dortmunder und Wittener Altenpflegeheimen im Abstand von neun Monaten beobachtet. Sie alle zeigten herausforderndes Verhalten, das mit dem Krankheitsbild der Demenz einhergehen kann: Unruhe, Schreien, Herumwandern oder Aggressivität.
"Im Pflegealltag suchen Pflegende oft verzweifelt danach, wie sie die Probleme lösen können, werden damit aber oft allein gelassen. Ärzte versuchen mit nicht immer geeigneten Medikamenten die Symptome in den Griff zu bekommen", beschreibt Sabine Bartholomeyczik vom Institut für Pflegewissenschaft die bisherige Praxis. Behandelnde Hausärzte in diesen Einrichtungen wurden zu einer Leitlinie fortgebildet und Pflegende lernten in Fallkonferenzen, wie Bewohner mit herausforderndem Verhalten möglicherweise zu verstehen und dadurch gezielter zu behandeln sind.
Nach neun Monaten zeigte sich in der Beobachtungsgruppe, dass die Menge der verordneten Medikamente signifikant gesunken ist. Der Anteil der Bewohner, der allgemein mit Psychopharmaka behandelt wurde, verringerte sich von 75 auf 65 Prozent; besonders die Zahl der Neuroleptika-Verordnungen sank. Zugleich stieg die Zahl der Bewohner ohne eine Verhaltensauffälligkeit von 11 auf 23 Prozent.
"Das ist für uns als Forscher ein klares Zeichen, dass die bestehenden Leitlinien und Empfehlungen, wenn sie denn konsequent in Zusammenarbeit der beiden Berufsgruppen eingesetzt würden, die Lebensqualität der Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen deutlich verbessern könnten. Leider stehen der Zeitdruck im Alltag und die allgemeine Geldnot im Pflegebereich dagegen. Und es fehlt immer noch an Wissen über die längst bestehenden Empfehlungen sowohl bei Ärzten als auch bei Pflegenden", fasst Stefan Wilm vom Wittener Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin das Ergebnis der Studie zusammen.
REHACARE.de; Quelle: Private Universität Witten/Herdecke
- Mehr über die Private Universität Witten/Herdecke unter www.uni-wh.de
( Quelle: REHACARE.de )
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