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Mütter von Down-Syndrom-Kindern weniger Probleme als vor 30 Jahren
Schwerpunkt: Down-Syndrom
Mütter von Down-Syndrom-Kindern weniger Probleme als vor 30 Jahren
Die Mütter von Kindern mit Down-Syndrom haben es heute in vielerlei Hinsicht leichter als vor 30 Jahren, so eine Studie. Allerdings fühlen sie sich immer noch stark aus der Gesellschaft ausgegrenzt.17.05.2005
Einstellungen zum Down-Syndrom
haben sich geändert; © Hemera
Deutsche Wissenschaftler haben die heutige Situation der Mütter mit der Lage Anfang der 70er-Jahre verglichen. Das war möglich, weil sie für ihre Studie auf 282 Fragebögen zurückgreifen konnten, die von 1969 bis 1972 am Max-Planck- Institut für Psychiatrie in München ausgefüllt wurden.
Darin äußerten Mütter von Down-Syndrom-Kindern ihre eigene Einstellung zu ihrem behinderten Kind und berichteten auch über dessen Akzeptanz im sozialen Umfeld.
Im Jahr 2003 legten sie Eltern von Down-Syndrom-Kindern eine revidierte Form des ursprünglichen Fragebogens vor. Außerdem befragten sie auch Eltern von Kindern mit einer geistigen Behinderung unklarer Ursache sowie - als Vergleichsgruppe - Eltern von nicht behinderten Kindern. 926 Fragebögen kamen ausgefüllt an die Forscher zurück.
Die psychische Verfassung der Mütter von Kindern mit Down-Syndrom hat sich offenbar wesentlich verbessert. Zwar schätzen sie den erzieherischen Mehraufwand nach wie vor als sehr hoch ein, jedoch leiden sie weniger unter emotionaler Anspannung oder der Furcht, etwas falsch zu machen. Auch der Wunsch, das Kind würde besser nicht leben, hat im Vergleich zu damals deutlich abgenommen.
Die Mütter berichten heute auch viel häufiger, dass sie von Verwandten und Freunden Unterstützung erfahren. Trotzdem fühlen sie sich in gleichem Maße ausgegrenzt wie in den 70er-Jahren. Die Mütter haben oft das diffuse Empfinden, die Gesellschaft spreche ihrem Kind das Lebensrecht ab, offenbar als Folge der Pränataldiagnostik. Immerhin 25 Prozent der Befragten wurde schon einmal der Vorwurf gemacht, ihr Kind sei "vermeidbar" gewesen. Die Wissenschaftler führen dies auf den Einfluss der Pränataldiagnostik zurück, die einen Morbus Down meist schon im Mutterleib diagnostizierbar macht.
- Die Studie wurde im American Journal of Medical Genetics veröffentlicht












