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Pflege modern: Wenn der Roboter die Limo bringt
Pflege modern: Wenn der Roboter die Limo bringt
Die Referenten des Workshops AAL
und Robotik; © Messe Düsseldorf
Roboter in der Pflege – das hört sich im ersten Moment befremdlich an. Beim MEDICA MEDIA Forum auf der Medizintechnikmesse MEDICA in Düsseldorf wurde jedoch aufgezeigt, dass es gar nicht mehr so lange dauern könnte, bis technische Helfer in Pflegeheimen eingesetzt werden.
Das Projekt WiMi-Care zur "Förderung des Wissenstransfers für eine aktive Mitgestaltung des Pflegesektors durch Mikrosystemtechnik" erarbeitet seit dem Jahr 2008 Möglichkeiten, wie Serviceroboter in Pflegeheimen bedarfsgerecht und benutzerorientiert eingebunden werden könnten.
Wichtiger "Mitarbeiter" des Projektes ist der Serviceroboter "Care-O-bot" des Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), der von Doktor Birgit Graf vorgestellt wurde. "Wir wollten einen Helfer fürs tägliche Leben entwerfen, eine Art Butler. Dieser sollte nicht humanoid aussehen, weil dieses Äußere zu hohe Erwartungen bei den Heimbewohnern wecken würde", erklärte die Diplomingenieurin. Der Roboter sollte in einem ersten Szenario Getränke an die älteren Menschen verteilen – und es klappte. Über den Touchscreen konnten die Heimbewohner beispielsweise eine Limo ordern, die dann der Roboter selbständig aus der Küche holt.
Diego Gompagna von der Universität Duisburg-Essen stellte die bisherige Vorgehensweise des Verbundprojektes vor, bei der sowohl Nutzer, als auch Entwickler und Designer fest eingebunden sind. "Die Frage dabei war: Was ist sozial gewünscht und was ist technisch machbar? Von Vornherein wurden Anpassungen immer wieder durch die Nutzer getestet und Änderungen umgesetzt. Und das nicht nur einmal, sondern in mehreren Anpassungsschleifen", beschrieb Compagna. Im Idealfall würde ein fertiges Produkt erst entwickelt werden, wenn alle Beteiligten zufrieden sind. Noch bis 2011 läuft das Projekt.
"Die Bewohner nahmen den Service bis auf wenige Ausnahmen problemlos an, obwohl viele vorher skeptisch waren, weil sie sich vermutlich nichts darunter vorstellen konnten, was ein Roboter eigentlich so tut. Die Pflegekräfte standen dem neuen Helfer offen gegenüber", resümierte Graf.
"Wichtig bei der Einbindung von Robotik in Pflegeheimen ist, dass sich das Pflegepersonal nicht überflüssig fühlt", betonte Gunnar Nußbeck von der Universität Göttingen. Vielmehr soll der Einsatz technischer Hilfsmittel eine Erleichterung darstellen, besonders hinsichtlich des demografischen Wandels, der den drohenden Pflegekräftemangel mit sich bringt.
REHACARE.de; Quelle: MEDICA.de
- Mehr über die MEDICA gibt es unter: www.medica.de
( Quelle: REHACARE.de )
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