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So tickt ... <span lang="en">Guy Francis</span>!
"So tickt ...!"
So tickt ... Guy Francis!
Was macht andere Menschen im Leben eigentlich glücklich? Wenn Sie sich das auch schon einmal gefragt haben, dann sind Sie hier richtig. In regelmäßigen Abständen stellt REHACARE.de den unterschiedlichsten Menschen immer die gleichen Fragen. Was dabei heraus kommt? Lesen Sie selbst!
02.11.2011
Guy Francis; © privat
Name: Guy Francis
Alter: 36
Wohnort: West Runton/England
Handicap: Tourette- und Asperger-Syndrom
Er singt Karaoke und dreht gerne Amateur-Videos. Das Ungewöhnliche daran ist, dass Guy Francis am Tourette-Syndrom leidet, wodurch seine Aufnahmen auf einige sehr skurril wirken könnten. REHACARE.de sprach mit dem Engländer über die Schwierigkeiten und die lustigen Momente, die ihm seine Erkrankung bereitet.
REHACARE.de: Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?
Guy Francis: Letztens blätterte ich im Wörterbuch meiner Tochter und plötzlich sagte ich zu keiner bestimmten Person: „Du bist charakterlos, farblos, gewöhnlich, eintönig, stumpfsinnig, flach, langweilig, fade, langwierig, ermüdend, leblos, monoton, banal, harmlos, nervtötend, abgedroschen, lästig, anstrengend, nicht aufregend, uninteressant und eintönig.“ Die ganze Familie war im Zimmer und lachte, bis Tränen flossen. Ich finde es lustig, übertriebene Ausdrücke zu benutzen, um etwas zu beschreiben.
REHACARE.de: An welchem Ort sind Sie am liebsten? Und warum?
Guy Francis: Im West Runton Social Club. Als ich nach West Runton gezogen bin, konnte ich nirgendwo hingehen, ohne automatisch Schimpfwörter zu schreien. Als ich dann das erste Mal den Social Club betrat, konnte ich nichts sagen und mithilfe von Gesten habe ich den Leuten erklärt, dass ich etwas trinken möchte. Sie haben mich sofort verstanden und waren sehr verständnisvoll. Seitdem ging ich jeden Tag dahin, um mein Nervensystem an den neuen Ort zu gewöhnen. Jetzt, wenn der Club voller Urlauber ist, fluche ich in Ticks wie verrückt. Mit etwas Mühe kann ich jedoch was trinken.
REHACARE.de: Die letzte Mahlzeit in meinem Leben wäre …
Guy Francis: Steak mit Pommes, Zwiebelringen und einem kleinem Salat (aber ohne Tomaten).
Guy Francis singt Karaoke in einem seiner Amateur-Videos. Damit möchte er Aufmerksamkeit auf die Tourette-Erkrankung lenken; © privat
REHACARE.de: Sie haben eine Million im Lotto gewonnen. Was tun Sie mit dem Geld?
Guy Francis: Ich würde einen Wohnwagen, einen besseren Computer, eine Gitarre, einen Bass und einen modernen Fernseher kaufen, das Haus dekorieren, ein Teil auf ein Sparbuch für meine Kinder einzahlen, einigen Familienmitgliedern helfen, in den West Runton Social Club investieren und Geld spenden für Organisationen, die Menschen mit Tourette-Syndrom und/oder Autismus helfen.
REHACARE.de: Wobei können Sie am besten entspannen?
Guy Francis: Ich kann mich nur selten entspannen. Meistens nach einer langen Tick-Attacke, wenn ich sehr erschöpft bin.
REHACARE.de: Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?
Guy Francis: Sind Träume eine Vorschau auf die Welt nach dem Tod? Ist an der Religion etwas mehr dran, als nur ein sehr bunter, aufwendiger Moralkodex?
REHACARE.de: Wovor haben Sie am meisten Angst?
Guy Francis: Dass ich die Fähigkeit zu kommunizieren verliere. Manchmal sind meine Ticks so stark, dass ich gar nicht sprechen kann. Dann schreibe ich auf, was ich sagen möchte.
REHACARE.de: Was wollen Sie im Leben noch erreichen?
Guy Francis: Ich möchte ein Buch über meine Abenteuer mit dem Tourette-Syndrom und Autismus schreiben. Aber es muss noch ein bisschen warten.
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