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Chronisch kranke und behinderte Menschen bleiben vor der Tür

Chronisch kranke und behinderte Menschen bleiben vor der Tür

 

Das gestern, am 22.09.03, im Bundestag beratene GKV-Modernisierungsgesetz bedeutet den Einstieg in den Ausstieg aus der solidarischen Krankenversicherung und wird daher von den Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen abgelehnt. Bezeichnenderweise werden die beiden Spitzenorganisationen der Selbsthilfe bei den Beratungen im Bundestag diesmal auch nicht beteiligt.

Das Gesetz begründet keine echte Gesundheitsreform, sondern den Abbau von Leistungen und die Gefahr der Entsolidarisierung in der Gesellschaft. "Eine solche Politik ist nicht nur zutiefst unsolidarisch, sondern wird auch die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung nicht langfristig sichern", sagt Christoph Nachtigäller, Geschäftsführer der BAGH.

Der Wegfall von Leistungen wie Krankengeld, Zahnersatz, Fahrtkosten und kumulierende Zuzahlungen für Krankenhausbehandlungen, häusliche Krankenpflege, medizinische Rehabilitation, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel sowie die Praxisgebühr treiben chronisch kranke und behinderte Menschen in die Armut. "Einziger Lichtblick des Gesetzentwurfes ist, dass die Beteiligungsrechte der Selbsthilfeorganisationen in den Gremien des Gesundheitswesens ausgebaut werden", dies sagt Prof. Dr. Gerhard Englert, Erster Sprecher des FORUMS chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN.

Aus Sicht der Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen ist es ein gefährlicher Irrweg, ohne weitergehende Strukturveränderungen immer mehr Geld in ein ressourcenverschwendendes Gesundheitssystem zu pumpen. BAGH und FORUM fordern daher mit Nachdruck eine echte Gesundheitsreform, die sich an der Schaffung eines qualitäts- und nutzenorientierten Wettbewerbs im System und an der Schaffung integrierter Versorgungsstrukturen für chronisch kranke und behinderte Menschen ausrichtet.

- Bundesarbeitgemeinschaft Hilfe für Behinderte e.V.
- FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN

 
 
 

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