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Die BunBos: eine bunte Flotte
Die BunBos: eine bunte Flotte
01.05.2012
In Plaue an der Havel starten die ungewöhnlichsten Hausboote weit und breit: Die BunBos. Mit Sack und Pack ist an Deck genügend Reifenfreiheit für Rollifahrer. So können Abenteurer Tag und Nacht auf dem Wasser verbringen – Sightseeing inklusive. Unkomplizierter kann Reisen kaum sein.

Bisher gibt es sechs rollstuhlfreundliche BunBos; © UFO
„Eine Woche auf dem Boot ist für mich wie drei Wochen Italien. Man vergisst einfach die Zeit. Brutal erholsam“, findet Andreas Fenske den Urlaub auf dem Bungalow-Boot – dem BunBo – auf der Havel. Natürlich hat er das selbst einmal ausprobiert, nachdem die neuen Hausboote gestartet sind. Neu heißt in dem Fall rollstuhltauglich. Als Geschäftsführer des Unfallopferhilfswerks hat Fenske von Beginn an der Entwicklung der Boote mitgewirkt.
„Ein Mitarbeiter im Hilfswerk hatte auf der Havel die herkömmlichen Bungalow-Boote fahren sehen und fand, dass das auch etwas für uns wäre, in rolltuhlfreundlicher Version“, erinnert er sich. Das war im November 2010. Schon im März 2011 war das erste Boot fertig, denn schnell hatte sich die Herstellerfirma dazu bereit erklärt, den neuen Typ zu bauen.

Für die Barrierefreiheit wurde das Bad deutlich vergrößert; © UFO
„Um auch mit dem Rollstuhl auf dem Hausboot zu Recht zu kommen, mussten wir jedoch einige Dinge an der bisherigen Bauweise ändern. Das Boot wurde breiter gemacht, damit Schlaf- und Badezimmer befahrbar wurden und Haltestangen sowie der Duschsitz Platz hatten. Das Steuerrad musste etwas nach vorne versetzt werden und die Klapptür wurde zur Schiebetür“, beschreibt Fenske. Zudem wurde der Kachelofen, mit einer Gaszentralheizung ersetzt, weil diese leichter zu handhaben ist. Somit war das Wassergefährt schon startklar. Mittlerweile gibt es schon sechs der BunBos.
Fahren darf jeder, denn einen Bootsführerschein braucht man nur, wenn man dort fahren möchte, wo auch gewerblicher Schiffsverkehr betrieben wird. Allerdings erhalten die Hobbykapitäne vor der Fahrt eine circa dreistündige Einweisung, wie das Boot funktioniert und welche Regeln auf den Wasserstraßen beachtet werden müssen: Als „Ausweise“ gibt es dafür den sogenannten Charterschein. Dann kann die Besatzung – bis zu sechs Personen haben Platz – an Bord gehen oder über die mobile Rampe rollen und die Fahrt beginnt.
„Im Grunde können Rollifahrer das Boot komplett allein bedienen. Nur beim Anlegen und in Schleusen ist es günstig, einen Fußgänger dabei zu haben oder zumindest bei der nächsten Anlegestelle anzurufen und um Hilfe zu bitten“, weiß Fenske.

Den Grillplatz hat man auf dem BunBo immer mit dabei; © UFO
Die BunBos strahlen mit ihrer hellen, auf Holz basierenden Einrichtung eine angenehme Gemütlichkeit aus. Zwei Schlafzimmer, ein offener Wohnraum mit Ofen und ein recht geräumiges Bad laden zum Verweilen ein. Der Clou ist aber die Terrasse: Dort ist sogar ein Grill installiert, Lagerfeuerromantik inklusive. Die Küche an Bord mit Kühlschrank und Kochstelle macht es möglich, dass man eigentlich gar nicht von Bord gehen müsste.
Wer dennoch so viele der umliegenden Sehenswürdigkeiten wie möglich besuchen möchte, kann so gut wie überall anlegen, wo er sich gerade befindet. Dafür werden einfach die beiden Ankerpfähle über einen Flaschenzug ins Wasser gelassen, die das Boot seitenversetzt an Ort und Stelle halten. Zum Ausstieg oder auch einfach zum Übernachten oder Schwimmen gehen – was überall erlaubt ist.

Mit den Hausbooten kann man sogar direkt an der Supermarkt-Anlegestelle pausieren; © UFO
Im Durchschnitt tuckern die BunBos mit ihrem leisen Außenbordmotor mit einem Tempo von zehn Kilometern pro Stunde übers Wasser. Genau richtig zum Entspannen. „Gefährlich ist das Reisen auf dem BunBo überhaupt nicht. Ich würde die Boote eher als unsinkbar bezeichnen mit ihrem Catamaranrumpf aus Alu mit Luftkammern“, schätzt Fenske ein. „Das Schlimmste, was bisher passiert ist, ist dass sich jemand auf einer Sandbank festgefahren hat. Er kam aber wieder raus mit Vorwärts- und Rückwärtsruckeln.“
Gebucht werden die Boote meist für eine Woche oder drei Tage. Je nach Saison kostet eine ganze Woche zwischen 650 und circa 800 Euro. Zwei Routen werden vom Veranstalter vorgeschlagen, die Strecke kann aber komplett selbst gewählt werden. „Mittlerweile haben wir Nachbucher, die schon einmal mit dem BunBo gefahren sind. Wenn das so weiter geht, brauchen wir bald noch mehr Boote.“
Natascha Mörs
REHACARE.de
Mehr über die BunBos gibt’s beim Unfallopferhilfswerk und unter :
Fotostrecke:

Rollstuhlfreundliche Bungalows auf dem Wasser
Da möchte man sofort an Bord steigen: Das Unfallopferhilfswerk hatte die Idee für die Hasuboote, auf denen auch Rollifahrer die Wasserwelt entdecken können.
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