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Roll’n’Ball bei den Paralympics 2012: „Wir geben alles und tun unser Bestes“
Roll’n’Ball bei den Paralympics 2012
„Wir geben alles und tun unser Bestes“
01.08.2012
Rollstuhlbasketball war schon immer sein Ding. Auch als Fußgänger hat Dirk Passiwan diesen schnellen Sport gern betrieben. Seit seiner Erkrankung an Arthrose darf er die deutsche Nationalmannschaft mit seinem Einsatz verstärken – wie vor vier Jahren in Peking ist er auch diesmal bei den Paralympics in London dabei.

Dirk Passiwan; © Passiwan
Was das Besondere an den Sommerspielen ist, was er daran ändern würde und warum ihm der Mannschaftssport so wichtig ist, erzählt uns der Rollstuhlbasketballer auf REHACARE.de.
REHACARE.de: Herr Passiwan, nun ist es nicht mehr lange bis zu den Paralympics in London – wie fühlen Sie sich dabei?
Dirk Passiwan: Es ist natürlich ein großes Erlebnis für mich, eigentlich das größte. Da ich es jedoch schon einmal vor vier Jahren erlebt habe, bin ich nicht sehr nervös.
REHACARE.de: Aus gesundheitlichen Gründen war eine Zeit lang nicht klar, ob Sie an den Spielen teilnehmen werden. Was war los?
Dirk Passiwan: Ich hatte Probleme mit meinen Ellbogen. Die Ärzte vermuteten eine Arthrose, konnten das Risiko jedoch ausschließen. Deswegen darf ich auch letztendlich an den Paralympics teilnehmen.
REHACARE.de: Wie oft trainieren Sie jetzt vor den Paralympics?
Dirk Passiwan: So kurz vor den Paralympics trainiere ich fünf bis sechs Mal pro Woche, je zwei Stunden pro Tag. Dazu kommt noch ein Mal in der Woche Fitnessstudio. Da die Nationalspieler in ganz Deutschland verteilt sind, trainiere ich meistens mit meiner Mannschaft in Trier. Nur alle ein bis zwei Wochen treffe ich mich mit anderen Nationalspielern zum Training.
REHACARE.de: Sie spielen Basketball seit Ihrem 14. Lebensjahr. Davor haben Sie Fußball gespielt. Was hat Sie zum Basketball gezogen?
Dirk Passiwan: Mein Vater sitzt im Rollstuhl und spielt schon lange Rollstuhlbasketball. Deswegen habe ich schon als Fußgänger diesen Sport betrieben. Schon immer hat mich fasziniert, dass es der schnellste Behindertensport ist. Man braucht viel Geschicklichkeit und Kraft, um sich gegen die Gegenspieler durchzusetzen und Punkte zu erzielen. Seit 2005 bin ich offiziell in der Nationalmannschaft. Als Fußgänger durfte ich nur an nationalen Turnieren teilnehmen.

Er ist am Ball - bei der Europameisterschaft 2011 gab Dirk Passiwan (Mitte) sein Bestes für die Deutsche Nationalmannschaft; © Passiwan
REHACARE.de: Welche Rolle spielt für Sie Ihre Mannschaft?
Dirk Passiwan: Die Immovesta Dolphins Trier hat mein Vater Otmar Passiwan mit großer Mühe gegründet, deswegen liegt mir die Mannschaft sehr am Herzen. Außerdem ist sie in meiner Heimatstadt. Ein Jahr lang habe ich die Mannschaft auch selbst trainiert.
REHACARE.de: Was erhoffen Sie sich von den Paralympics 2012?
Dirk Passiwan: Es ist schwierig, etwas zu erwarten. Es nehmen viele gute Mannschaften teil – England, Canada, USA und Australien. Wir sind auf schwierige Turniere gefasst, jedoch geben wir als Mannschaft natürlich alles und tun unser Bestes.
REHACARE.de: Wie ist der Wettkampf strukturiert?
Dirk Passiwan: Die Mannschaften sind in acht Gruppen je sechs Teams aufgeteilt. Wir müssen fünf Gruppenspiele meistern und unter der ersten vieren dabei sein, um weiterzukommen.
REHACARE.de: Was unterscheidet die paralympischen Spiele von anderen Turnieren?
Dirk Passiwan: Bei den Paralympics trifft man natürlich auf viele verschiedene Nationen und die unterschiedlichsten Sportarten. Auch das Medieninteresse ist sehr groß – die Spiele und Turniere werden acht Stunden am Tag live übertragen. Das fehlt bei kleinen Turnieren oder Bundesligaspielen. Viel zu wenige Leute interessieren sich für den Behindertensport, wenige wissen auch nur, dass es solche Turniere bei den Behindertensportlern gibt. Auch in anderen Ländern ist das Medieninteresse zu gering. Ich wünschte mir, es wäre anders.

Voller Einsatz auf dem Spielfeld - leider ist das Medieninteresse für die dynamische Sportart trotzdem gering; © Passiwan
Das Interview führte Michalina Chrzanowska.
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